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Neuigkeiten zu Sparta oder Lakedaimon.de:

14. Januar 2019:

Was hat Donald Trump mit Sparta zu tun? Richtig, gar nichts. Aber der amerikanische Politikwissenschaftler Graham T. Allison schafft es, den Bogen trotzdem zu spannen. In seinem Buch Destined for War: Can America and China escape Thucydides’s trap? (2017, Houghton Mifflin, New York) definiert er Situationen, in der ein Staat als Vormacht durch eine aufsteigende Macht herausgefordert wird (oder sich herausgefordert sieht), als „Falle des Thukydides“, da hieraus mit fast unerbittlicher Konsequenz ein Krieg resultiere: Dieser sei für die aktuelle Vormacht als ultima ratio naheliegend, um den Konkurrenten auszuschalten und die eigene Vormachtposition zu halten. Durch die höhere Dynamik des aufsteigenden Konkurrenten gegenüber dem eher beharrlich verweilenden aktuellen Platzhirsch, spiele dabei der Zeitaspekt eine Rolle, der immer überwältigender werde, je geringer der wahrgenommene Machtabstand zwischen den beiden Konkurrenten werde. Die Situation, wie sie Thukydides für die Zeit vor und beim Ausbruch des Großen Peloponnesischen Kriegs darstellt.

Allison belegt das mit vielen Konflikten, bevorzugt aus den letzten 500 Jahren, wobei er 16 identifiziert und die aktuelle Konstellation zwischen den USA und China als den 17. beschreibt. In 12 dieser Konflikte war es nach Allisons Ausführungen aus besagtem Grund zum Krieg gekommen. Insbesondere rekonstruiert und beschreibt er den Konflikt zwischen dem Deutschen Reich und Großbritannien im Vorfeld des Ersten Weltkriegs, als nach Allisons Rekonstruktion das Reich das Empire sowohl wirtschaftlich als auch militärisch herausforderte – ohne indes einen direkten Konflikt aktiv anzustreben.

Insofern ganz bemerkenswert: die USA unter Trump als Sparta und China als Athen. Aus heutiger Geschichtswahrnehmung ziemlich unbequem, war es doch bislang stets andersrum: die USA immer Athen und die Sowjetunion – oder wer gerade herhalten musste – sollte das rigide Sparta sein.

16. März 2018:

Literatur: Thornton Lockwood analysiert in Apeiron (1/2018) die Texte zum „besten Staat“ von Aristoteles und stellt fest, dass dieser Sparta und seine Erziehung als minderwertig und mit dem Ergebnis schwacher Charakter sieht und dem seinen Entwurf der besten Erziehung dagegenstellt. Und dass sein Ergebnis dieser besten Erziehung sehr dem spartanischen Bürger-Soldaten ähnelt, erheblich mehr jedenfalls als dem athenischen Bürger mit seiner freien Teilhabe am gesellschaftlich-politischen Prozess. Hier zeigt sich einmal mehr, dass in Aristoteles‘ Sicht auf Sparta weniger der klare, intellektuell hochentwickelte Logiker und Philosoph erkennbar wird, als vielmehr der frustrierte, über Sparta zwar uninformierte, aber ihm missgünstige Erzieher Alexanders des Großen, dessen großes (oder größenwahnsinniges) Anliegen von Sparta stets abgelehnt wurde und das sogar einen Aufstand gegen seine Herrschaft in Hellas wagte.

20. Februar 2018:
Winfried Schmitz, Professor für Alte Geschichte an der Universität Bonn, hat jüngst in der Zeitschrift KLIO einen sehr lesenswerten Artikel zur Gesellschaft Spartas veröffentlicht. Er löst darin einige in der Mainstream-Literatur zu Sparta sehr widersprüchliche oder seltsame Aussagen zur spartanischen Bräuchen und gesellschaftlichen Zuständen sehr glaubhaft auf, wodurch möglicherweise die Literatur zur spartanischen Gesellschaft in den nächsten Jahren eine starke Überarbeitung erfahren wird. Der Text findet sich unter https://www.degruyter.com/view/j/klio.2017.99.issue-2/klio-2017-0087/klio-2017-0087.xml oder in einschlägigen Fachbibliotheken, die die Zeitschrift führen.

3. Oktober 2017:
„100 Jahre Niedergang –  Sparta im klassischer Zeit.  Gesellschaft, Politik und Kriegswesen zwischen dem Erdbeben 464 und der Schlacht bei Mantineia 362“ eine Textsammlung vom Betreiber dieser Seite aufbauend auf deren Inhalten, erweitert und zu einem handlichen pdf-Büchlein formatiert ist jetzt zu finden auf der Seite 100 Jahre Niedergang.