Ziele spartanischer Bevölkerungspolitik


Durch wirtschaftliche Probleme und Heiratspolitik wurde nicht nur der Kreis der wohlhabenden, sondern insgesamt die Zahl der Vollbürger reduziert. Es wurden immer neue Ideen ersonnen, Bevölkerungsgruppen in einen minderberechtigten Status hinabzudrücken. Die meisten dieser Gruppen wurden in das Bürgerheer integriert. Somit konnte man komplett ausgebildete Soldaten in die Phalanx einreihen, die aber nicht alle Rechte hatten. Sie konnten diesen Status auch nicht anzweifeln, da sie sich irgendwelcher Vergehen oder Unzulänglichkeiten schuldig gemacht hatten, sei es, dass sie den Zensus nicht mehr erfüllten, sie in der Erziehung „versagt“ hatten oder dass ihre Mutter eine Helotin war.

Allgemein wird davon ausgegangen, dass diese Minderberechtigten keine große Gruppe darstellten (z.B. Welwei). Gelegentlich wird aber auch angenommen, dass die Minderberechtigten mit der Zeit geradezu in die Mehrheit gekommen wären (Lazenby). Auf jeden Fall war die Gruppe nicht zu vernachlässigen, weder in der Zahl noch in der Kampfkraft im Felde. Da sich ihre Angehörigen zumeist zumindest noch theoretische Hoffnung auf den Vollbürgerstatus machten, ist davon auszugehen, dass sie loyal und mutig mitkämpften, die Schilderung der Verschwörung des Kinadon ist so vor allem deshalb interessant, als sie vor Leuktra der einzige Fall berichteter Unzufriedenheit der Minderberechtigten ist.

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