Lakonische Keramik


Lakonische Keramik, d.h. solche, die eine individuelle landschaftliche Prägung aufweist, lässt sich in nachmykenischer Zeit seit Mitte des 10. Jahrhunderts nachweisen. In geometrischer Zeit gab es mit Korinth, Argos und Lakonien drei dorische Keramikzentren, wobei die korinthische Keramik führend in Qualität und Verbreitung war. Die anderen Keramikproduzenten orientierten sich an der korinthischen Ware bzw. ahmten sie nach, so auch die lakonischen Künstler.

Vasen aus Lakedaimon wurden bis etwa zur Mitte des 8. Jh. fast nicht verziert. Danach war sie geometrisch-ornamental geschmückt, wobei sich ab der Mitte des 7. Jahrhunderts orientalisierende Formen auswirkten. Ab ca. 620 wurde in Lakedaimon verspätet das figürliche Dekor übernommen. Vor allem Tierfriese erfreuten sich großer Beliebtheit. Das Dekor behielt länger als bei den anderen regionale Formen Füllornamente und eine starke, kontrastierende Farbgebung (weiß, schwarz, purpur) bei. Um 600 stand dann die lakonische Vasenmalerei und der Keramikhandel in voller Blüte. Dabei war sie zunächst noch stark korinthisch beeinflusst.

Nun zeigten sich eine neue Schwerpunktbildung in heiterer, übermütiger, die Form sprengender Abbildung von agierenden Menschen. Die Künstler entwickelten einen Zugang zu aktuellen Ereignissen und lösen sich damit von zeitlosen mythologischen Themen. Der Arkesilas-Meister nimmt um 550 Bezug auf Ereignisse wie Handel und Abgabeneinnahme.

Nicht nur nahmen lakedaimonische Künstler auswärtige Strömungen auf und entwickelten eigenständige, auffällige Formen und Muster. Themenvielfalt und Originalität der Verzierungen waren auffallend, auch im Vergleich mit den anderen Produktionsorten. Sie exportierten sowohl ihre Erzeugnisse als auch Ideen. So war im 6. Jahrhundert Samos ein herausgehobener Abnehmer lakonischer Keramik. Hier wurden mehr lakonische als korinthische Erzeugnisse gefunden – und in heimischen Werkstätten wurden lakonische Muster nachgeahmt.

Auch die Gefäßformen zeigen nun spezifisch lakedaimonische Ausprägungen. Als typische lakonische Formen galt eine große Vielfalt schwarz glasierter Gefäße. Mehrere Formen von Trinkbechern galten als typisch lakedaimonisch und fanden teilweise auch im Export reichen Absatz. Beispiele sind der Lakaina und der einhenkelige Trinkbecher Kothon. Eine Erfindung lakedaimonischer Künstler ist auch der hohe, schlanke Fuß der lakonischen Kylix (um 550). Die Neuschöpfung ersetzte die Trinkschale mit niedrigem Fuß oder einfachem Standring. Sie ist der Vorläufer der später als klassisch attisch geltenden rotfigurigen Form. Weiter galten große Reliefkrater als lakedaimonische Spezialität.

Im Verlaufe des 6. Jh. ließ die Produktivität alle Keramikzentren außer der attischen nach, die sich zur Marktführerschaft entwickelte. Um ca. 550 brach die korinthische schwarzfigurige Produktion zusammen, auch viele andere Produzenten stellen ihre Herstellung ein. Nur Lakedaimon und Chalkis (auf Euboia) konnten sich gegenüber der attischen Entwicklung behaupten, wobei die lakonische Keramik dann eigenständigere Entwicklungen zeigte, die in einer anderen Richtung als die attische verlief und schließlich dieser unterlagen.

Im 3. Drittel des 6. Jahrhunderts wurden die Verzierungen einfacher. Es gab eine Tendenz weg vom erzählenden hin zum rein zierenden Dekor. Die weiterhin vorkommenden Figuren wurden währenddessen runder, weicher und fülliger. Ab Beginn des 5. Jahrhundert war die attische Konkurrenz übermächtig und in Lakedaimon wurde Keramik nur noch für den lokalen Gebrauch hergestellt.

Weitere kunstvolle handwerkliche Erzeugnisse aus Sparta sind – wenn auch weniger bekannt die Terrakottamasken v.a. aus dem Heiligtum der Artemis Orthia und Akrotere als Abschlusssteile von Gebäuden insb. Templen, die durchaus überregionale Verwendung gefunden haben.

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