Kriegsbeschluss und Feldzugsvorbereitungen


Zunächst wurde der potenzielle Kriegsgrund vorgebracht, sei es durch spartanische Bundesgenossen oder andere Poleis, die bei Sparta Unterstützung suchten oder durch spartanische Stellen, seien es Gesandte oder Teilnehmer der Behörden selbst. Zunächst wurde in Vorberatungen der Behörden (Gerusia, Ephoren) abgewogen, ob ein schwerwiegender Kriegsgrund vorliegen könnte. Sah man das so, wurde eine außerordentliche oder die turnusmäßig zusammentretende Bürgerversammlung Apella mit der Entscheidung betraut, d.h. die Position der Behörden bzw. in strittigen Fällen die verschiedenen Positionen vorgetragen und die Apella entschied, ob ein Kriegsgrund vorliegt. Je nach Fall wurde bei positivem Entscheid in einer Versammlung mit Abgeordneten der Bundesgenossen erneut beraten und dann abgestimmt.

Nach dem Kriegsbeschluss bestimmte die Apella, wohl auf Vorschlag der Ephoren, den heerführenden König. Diese bestimmten den Truppenumfang, der für den Feldzug gebraucht wurde und den Tross, der mitzunehmen war, d.h. die Menge der Lebensmittel und ob z.B. Belagerungs- und Befestigungsmaterial mitzuführen sei. Sie schickten Boten bzw. Xenagoi, d.h. Verbindungsoffiziere zu den Bundesgenossen, um deren Kontingente – häufig zwei Drittel ihrer Truppe – anzufordern und zu einem vorbestimmten, naheliegenden Zeitpunkt zum Sammelplatz zu führen. Die Bundestruppen wurden von eigenen Heerführern befehligt, aber die Xenagoi stellten sicher, dass im Geist des spartanischen Oberbefehls verfahren wurde. Möglicherweise gerade schwelende Konflikte oder gar Kriege der Bundesgenossen untereinander und mit anderen Poleis hatten für die Zeit des Feldzuges zu ruhen. Gelegentlich stellten einzelne der Bundesgenossen keine Truppen, sei es aufgrund lokaler religiöser Feste oder Bedenken, was bei glaubhafter Argumentation von Sparta akzeptiert wurde. Mit den bündischen oder neutralen Poleis (und wohl auch latent feindlichen, aber in diesem Fall nicht betroffenen), deren Gebiet durchzogen wurde, wurde versucht, Vereinbarungen zu treffen, dass an der Durchmarschroute Märkte eingerichtet wurden, von denen sich die Truppen versorgen konnten – angesichts der schwer bewaffneten Truppen, die sich die Nahrungsmittel problemlos auch ohne zu bezahlen besorgen konnten, wohl zumeist eine eher formale Verhandlung. Ebenso ist anzunehmen, dass versucht wurde, mit neutralen und latent feindseligen Poleis, hier vor allem Argos, Stillhaltevereinbarungen für die Dauer des Feldzuges zu erwirken.

Zum Teil 2: Auszug und Aufenthalt im Feindesland

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