Wichtige Personen in Sparta


Verschiedene Personen tauchen immer wieder in den Quellen zu Sparta auf. Einige von Ihnen werden hier kurz vorgestellt:

Agesilaos II. (gestorben 361):  Politisch aktiver König Spartas (Eurypontide) in der Hegemoniezeit und nach der Niederlage bei Leuktra, Feldzüge gegen Persien, in der Peloponnes und Boiotien. Wegen Krankheit nicht Feldherr bei Leuktra.

Agis IV. (hingerichtet 241/240): Sozialreformerisch tätiger König (Eurypontide). Erreichte seine Reformziele nicht. Wurde von einer Gruppe, die in scheinbar stützte, ausgenutzt und später auf Betreiben seines innenpolitischen Gegners Leonidas II. mitsamt seiner Familie hingerichtet.

Alkman (7. Jahrhundert): Stilbildender Chorlyriker. Erfindung oder Ausprägung des Strophe-Gegenstrophe-Gefüges und des Abgesangs in der Chorlyrik. Vermutlich Ionier, der in Sparta wirkte.

Brasidas (gefallen 422): Spartanischer Feldherr, auch Ephor, Admiral und Schiffskapitän. Fiel in mehreren militärischen Aktionen durch mutiges/umsichtiges Handeln auf. Machte mit einem strategischen Feldzug nach Nordgriechenland, der die Ressourcen Athens stark gefährdete, die Athener friedensbereit. Fiel in einer Schlacht bei Amphipolis auf der Chalkidike. Dort später als Heros verehrt.

Chilon (6. Jahrhundert): Ephor. Federführend bei Modernisierungen der spartanischen Gesetze.

Demaratos (gestorben nach 479): Als Rivale von König Kleomenes I. bedrängter, mit Hilfe eines falschen delphischen Orakels abgesetzt und später mittels Demütigungen vertriebener König Spartas (Eurypontide). Flucht an den Hof des Perserkönigs und Teilnehmer an der Invasion 480/479.

Dorieus (gefallen ca. 510): Zu spät geborener Sohn der ersten (aberkannten) Gattin des Königs Anaxandridas (Agiade), demnach von der Thronfolge ausgeschlossen. Gescheiterte Gründungsunternehmen in Nordafrika und Sizilien. Dort im Kampf gegen Einheimische gefallen.

Gitiadas (Mitte 6. Jahrhundert): Vielseitig tätiger Künstler: Architekt, Bronzekünstler, Dichter. Schuf z.B. den Tempel der Athena Chalkioikos. Vermutlich aus Lakedaimon stammend.

Gorgo (1. Hälfte 5. Jahrhundert): Tochter des Kleomenes I., Frau des Leonidas. Bekannt für ihre Klugheit, die Sparta öfters in schwierigen Situationen half. Für Plutarch Inbegriff der staatstragend weisen Haltung der Spartanerinnen.

Gylippos (2. Hälfte 5. Jahrhundert): Militärischer Berater von Syrakus bei der Abwehr der 3. sizilischen Expedition der Athener. Schaffte die Sicherung der Stadt und später den Sieg über das Expeditionsheer (413). Später (404) wegen Veruntreuung von Geld Spartas verwiesen.

Helena (mythologisch): Angeblich schönste Frau der Welt, Stein des Anstoßes im trojanischen Krieg.

Kleomenes I. (Selbstmord(?) 490): Politisch aktiver König Spartas (Agiade). Rücksichtsloses Vorgehen, z.B. durch Bestechung des Orakels von Delphi und Eingriff in die Verfassung anderer Poleis. Sicherung der Vormachtstellung in der Peloponnes. Mehrmaliger Eingriff in die politische Verfassung Athens, vernichtender Sieg über Argos (494). Mysteriöser Tod durch angebliche Selbsttötung im Wahnsinn.

Kleomenes III. (gestorben 219): Sozialreformatorisch aktiver König (Agiade): Neuverteilung des Spartiatenlandes und Neuaufnahme von angesehenen Perioiken und Fremden als Vollbürger. Krieg gegen die Vorherrschaft Makedoniens mit vernichtender Niederlage bei Sellasia (222). Danach erstmalige Besetzung Spartas durch ein fremdes Heer.

Lakedaimon (mythologisch): Personifizierung der Landschaft Lakedaimon. Sohn von Zeus und Taygete. Nachfolger des Eurotas als Herrscher der Landschaft, der das Fruchtland durch Ableitung des Binnenwassers geschaffen haben soll. Heiratete Sparte.

Leonidas (gefallen 480): Bruder und Nachfolger von Kleomenes I. als König (Agiade). Feldherr der Griechen bei dem Gefecht an den Thermopylai, dort mit allen Spartiaten gefallen. Gatte der Gorgo.

Lykurgos (vermutlich mythologisch): Gesetzgeber Spartas, Konstrukteur der Rhetra.

Lysandros (gefallen 395): Feldherr und politisch aktiv in der Endphase des großen Peloponnesischen Krieges. Gewann durch charismatisches Auftreten persische Subsidien, den Anschluss von Städten in Ionien usw. Entscheidende Siege gegen Athen. Später verdächtigt, zu eng mit Persien zusammen zu arbeiten bzw. eigene Herrschaftspläne in Ionien bzw. in Sparta selbst zu verfolgen. Tod bei einem unbedachten Angriff auf Haliartos in Boiotien.

Menelaos (mythologisch): Gatte der Helena und ein Feldherr im Feldzug der Griechen nach Troja.

Nabis (ermordet 192): Als Tyrann bezeichneter König unklarer Herkunft (Eurypontide?) im hellenistischen Sparta. Schaukelpolitik zwischen Rom, Makedonien und Aitolien. Dabei vorübergehend erfolgreich, dann aber mehrfach besiegt und zuletzt ermordet, da er als unzuverlässig galt. Mit ihm endet die staatliche Unabhängigkeit Spartas.

Pausanias (verhungert ca. 467): Als Vormund des Königs Pleistarchos (Agiade) Feldherr bei Plataia. Später eigenmächtige Unternehmungen an der kleinasiatischen Küste, mehrfache Anklagen wegen staatsfeindlicher Akte und Tod durch Verhungern im Heiligtum der Athena Chalkioikos in Sparta.

Terpandros (7. Jahrhundert): Musiker aus Lesbos, der Sparta zur Wirkungsstätte nahm. Durchführung von technischen Reformen, wie einer neuen Harmonielehre mit der dazu passenden Konstruktion von Instrumenten.

Tyrtaios (7. Jahrhundert): Dichtung von Zweckmusik, die die spartanischen Truppen im 2. Messenischen Krieg bei der Schlachtvorbereitung unterstützen sollten und entsprechend ausgelegt sind. Er besingt auch die Gute Ordnung eunomia, die in Grundzügen das umfasst, was später als lykurgische Rhetra galt.

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