Der erste Peloponnesische Krieg


Zwei Großmächte im Agon

Die Athener begannen die Auseinandersetzung mit Angriffen in Akarnanien, der Argolis, der Korinthia und gegen Aigina. Erst nachdem die Athener mehrere Bündner Spartas besiegten bzw. bedrängten (und vermutlich nach Befriedung Messeniens) griff Sparta zugunsten seiner bedrängten Bündner ein. Es schickte ein Heer von 10000 Mann nach Boiotien, um Theben als Gegengewicht zu Athen aufzubauen. Die Athener führten ein Heer mit 14000 Hopliten (inkl. Argos und Seebund) und thessalischen Reitern. In der Schlacht bei Tanagra, dem ersten großen Zusammentreffen siegten die Spartaner. Trotzdem brachte Athen kurz darauf Boiotien in Abhängigkeit, da die Spartaner den Landstrich nicht dauerhaft besetzten, sondern wegen der eigenen hohen Verluste wieder abzogen.

Möglicherweise zahlten damals schon die Perser Subsidien an Sparta, das aber trotzdem keinen Feldzug gegen Athen wagte, der Aderlass seit 464 war wohl zu hoch gewesen. Nach großen Erfolgen in den Jahren nach der Schlacht bei Tanagra, die auch durch die Passivität Spartas möglich waren, mussten die Athener erst nach ihrer verheerenden Niederlage gegen die Perser in Ägypten 454 die Aktionen gegen Sparta und die Bündner einstellen und 451 wurde ein fünfjähriger Waffenstillstand geschlossen. Der Friede war brüchig, 449/448 fochten Sparta und Athen einen Stellvertreterkrieg in Phokaia um die Schutzherrschaft über Delphi. Bald darauf bemühte sich Athen um einen panhellenischen Kongress als offiziellen Abschluss der Perserkriege – man hatte zuvor die Perser bei Salamis auf Zypern besiegt, was wohl Athen als Bestätigungsakt seiner Rolle im Seebund nutzen wollte. Sparta lehnte die Einladung ab. Vermutlich zogen seine Bündner nach und der Kongress kam nicht zustande.

447/446 entglitt Boiotien Athen, Megara und Euboia begehrten auf und ein großes Heer des Peloponnesischen Bundes zog 446 über Megaris in Richtung Athen. Es kehrte aber wieder um, ohne zu kämpfen. Im selben Jahr noch schloss man einen Frieden auf 30 Jahre. Vielleicht war der Rückzug des spartanischen Heer Athens Bedingung für die Aufnahme von Verhandlungen. Der Vertrag beließ beiden ihr Bündnis im alten Zustand, was eine faktische Anerkennung der Hegemonialposition Athens im Seebund darstellte.

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