Bronzegießerei


Bronzestatuette, um 500 v.Chr.
Bronzestatuette, um 500 v.Chr.

Die spartanischen Bronzegießer waren herausragend im griechischen Kulturraum. Sie fertigten Standbilder, Toilettenartikel, Mischgefäße und Statuetten. Seit dem 8. Jahrhundert arbeiteten sie auf exportfähigem Niveau. Ab dem 6. Jahrhundert öffneten sie sich ionischen Stileinflüssen, was ihre Kunst zur höchsten Blüte brachte und bis ins 5. Jahrhundert produktiv sein ließ. Zu dieser Zeit waren lakedaimonische Werkstätten die Hauptproduzenten von Bronzekunsthandwerk in Griechenland. Es sind uns sogar einige Namen der Erzgießer Spartas überkommen: Gitiadas, Chartas, Ariston, Telestas, Syadras und Kratinos, die wohl zwischen der Mitte des 6. und dem Anfang des 5. Jahrhunderts produzierten.

Der "Krater von Vix"
Der „Krater von Vix“

Lakonische Mischgefäße aus Bronze bildeten eine eigene Formklasse, spartanische Werkstätten waren besonders bekannt für ihre Misch- und Wassergefäße. Der beste uns bekannt erhaltene Mischkessel lakonischen Stils wurde in Tarent gefertigt, der Stil zeigt schon einige Einflüsse großgriechischer Kunst, ist aber eindeutig lakonisch. Er wurde als Grabbeigabe eines keltischen Fürsten im nördlichen Frankreich bei Vix gefunden. Der Fundort zeigt, wie weit gespannt das Handelsnetz für spartanische Bronzegefäße war.

Lakonierin - Statuette vom sog. Krater von Vix
Lakonierin – Statuette vom sog. Krater von Vix

Der Kessel fasst 1200 Liter und weist umfangreichen, technisch höchst perfektionierten spätarchaischen Bronzeschmuck in Form von Hopliten, Streitwagen mit Pferden und Lenkern auf einem umlaufenden Zierband, Gorgonen an den Henkeln und einer Frauenstatuetteauf dem Deckel auf.

Das lakonische Kunsthandwerk arbeitete insgesamt exportorientiert. So wurden bronzene Mischkrüge z.B. als Staatsgeschenke für herausragende Persönlichkeiten (z.B. König Kroisos von Lydien) und Weihegeschenke für die wichtigsten Heiligtümer vergeben.

Lakonischer Handspiegel aus Bronze
Lakonischer Handspiegel aus Bronze

Die Werkstätten stellten auch andere Produkte her. Ein Exportschlager waren in archaischer Zeit die Toilettenartikel, hier insbesondere die Handspiegel mit dorisch-athletisch geformten, teils nackten Frauenfigurinen als Handgriff. Diese gab es ansonsten in Hellas nicht.

 

 

 

Lakonische Hoplitenstatuette
Lakonische Hoplitenstatuette

Männliches Pendant dazu waren die athletisch-kriegerischen Hoplitenstatuetten hochgewachsen schlank-muskulösen Körperbaus und gemessenen Habitus‘, die häufig zur Verzierung von Bronzegefäßen dienten und in großer Zahl gefunden wurden. Seltener wurden andere Motive wie unbewaffnete Männer dargestellt. Hier blieb die Entwicklung bis mindestens zur Wende zum 5. Jh., zur Schwelle der klassischen Epoche, lebendig.

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