Die Landschaft Lakonien


Die Landschaft Lakonien

Lakonien umfasst das Tal des Eurotas mit der Küstenebene an seinem Unterlauf, den Osthang des Taygetosgebirges und den Westhang des Parnongebirges.

Die Landschaften Lakonien und Messenien im Süden der Halbinsel Peloponnes
Die Landschaften Lakonien und Messenien im Süden der Halbinsel Peloponnes

Der Fluss Eurotas entspringt im Grenzland zu Arkadien und ist mit seinen Nebenflüssen die Lebensader Lakoniens. Das Tal des Flusses ist im Norden schmal und hügelig und weitet sich nach Süden. Das Bett ist breit und der Fluss zeigt starke Unterschiede in der mitgeführten Wassermenge:

Der Eurotas
Der Eurotas

Die ca. 50.000 Hektar Ackerland im Flusstal waren für griechische Verhältnisse sehr groß und sehr fruchtbar. Die Küste nach Süden war sumpfig und schwer zu erreichen, der spartanische Hafenplatz Gytheion blieb stets klein und von geringer Bedeutung.

Die folgende Abbildung zeigt das Tal des Eurotas in Nordrichtung. Links (westlich) des Flüsschens die moderne Stadt Sparti. Dahinter die Höhen des Taygetos-Gebirges:

Sparta im Tal des Eurotas. Im Hintergrund das Taygetos-Gebirge
Sparta im Tal des Eurotas. Im Hintergrund das Taygetos-Gebirge

Der Taygetos erreicht bis zu 2400 Höhenmeter. Er ist bis in den frühen Sommer hinein schneebedeckt. Seine Flanken steigen stufenweise empor und bilden viele undurchdringliche tiefe Schluchten und Bäche. Hier wurde Eisen abgebaut, in Griechenland ein seltenes Vorkommen und bedingt durch die damalige Waffentechnik außerordentlich wichtig. In den dichten Wäldern zogen die Bürger mit den berühmten lakonischen Hunden zur Jagd auf Hirsche, Wildschweine und Bären. Die Vorberge waren reich mit Oliven, Getreide und Wein bebaut.

Ganz im Süden, wo das Gebirge ins Meer sinkt, befand sich in landschaftlich aufwühlender Lage das Heiligtum von Kap Tainaron, durch sein Asyl Fluchtstätte der Heloten und später der größte Söldnermarkt Griechenlands:

Kap Tainaron - die Südspitze des Taygetos-Gebirges
Kap Tainaron – die Südspitze des Taygetos-Gebirges

Der Parnon ist mit 1900 Höhenmetern nicht so hoch wie der Taygetos im Westen, aber ununterbrochen und damit kaum einfacher zu überqueren. Auch hier gingen die Lakedaimonier auf die Jagd. Nach Süden zu überspringt die Landschaftsgrenze den Gebirgskamm, sodass mit der Landschaft Kynouria, die ab ca. 550 zu Sparta gehörte auch die Ostküste des argolischen ebenso wie die Westküste des messenischen Golfs zu Lakonien gezählt wurden.

Im Norden stößt das Gebiet an die Landschaft Arkadien, den Übergang bilden die Gegenden Aigytis (der nördliche Hügelzug des Taygetos), Belminatis (das Tal im Osten des Eurotas-Oberlaufs) und Skiritis (von den Quellflüssen des Eurotas umschlungenes Hügelland).

Im Süden Lakoniens
Im Süden Lakoniens

Lakonien bildete das Kernland des lakedaimonischen Staatsgebiets. Dieses umfasste jedoch eine gut doppelt so große Fläche: Sparta hatte ganz Messenien mit seinen 90.000 Hektar Ackerland, die argolische Landschaft Thyreatis, die den Norden der Kynouria bildet und bis 338 den Spartanern untertan war, an der nördlichen Westküste des Golfs von Argos und einen Streifen des südlichen Arkadiens einverleibt. Ferner gehörte die im lakonischen Golf liegende Insel Kythera seit ca. 550 ebenfalls zum Staatsverband.

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