Paiderastia


Als weiterer gesellschaftlicher Faktor wird in antiken und modernen Quellen gerne die paiderastia angeführt, die Knabenliebe, die in Sparta exzessiv verbreitet gewesen sei und so zu geringem Umgang zwischen Männern und Frauen geführt habe. Die Knabenliebe war in Hellas (und anderswo) weit verbreitet und eingebunden in ein Mentorsystem. Nur wird berichtet, dass dies in Sparta eben alle oder einen Großteil der Männer umfasst habe. Auch hier könnte es durchaus sein, dass in Sparta Zustände stärker sozial kodifiziert waren als in anderen Poleis. Eine gesellschaftliche Einrichtung, die üblicher Weise dem Zufall überlassen war, könnte hier aus Erziehungsgründen – in Sparta Ordnungssache des Staats – zur Regel erhoben worden sein. Dass es dabei zu homosexuellen Handlungen kam, ist kaum zu bezweifeln. Dass dies fast immer der Fall war, ist aber ebenso wenig anzunehmen. Aus homoerotischen Neigungen zu folgern, dass heteroerotische Kontakte nicht stattfanden ist engstirnig. So ist kaum anzunehmen, dass diese Einrichtung, mag man sie moralisch beurteilen wie man es will, massiv zum Rückgang der Spartiatenzahl beigetragen hat.

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