Nach der Schlacht bei Leuktra


Als nach der Schlacht von Leuktra sich Sparta zumindest auf der Peloponnes seine Vormachtstellung mit militärischen Mitteln erhalten wollte und 370 den sich neu bildenden arkadischen Bund angriff, nutzten die Boioter unter ihrem thebanischen Boiotarchen und Strategen Epameinondas die Gelegenheit mit Truppen aus ganz Griechenland in die Peloponnes einzufallen und erstmals marschierte ein feindliches Heer brennend und plündernd durch Lakonien. Agesilaos gelang mit Mühe die Verteidigung der Stadt, aber nun war klar, dass Theben sich nicht damit zufrieden geben würde, Sparta von Feldzügen nach Boiotien abzuhalten. Kern der peloponnesischen Politik von Epameinondas war ein Bündnis aller spartafeindlichen Mächte, was er gut umsetzte und was nach der Gründung Messenes und der Zerrüttung des Peloponnesischen Bundes bei seinem zweiten Einfall in die Peloponnes auch zu einer Reduktion Spartas auf sein Kerngebiet und auf das militärische Niveau seiner Nachbarn zurückführte. 368 konnte sich Sparta allerdings auf der Peloponnes wieder stabilisieren. Es erhielt Militärhilfe aus Athen, Persien und Syrakus, während sich Theben aus der Peloponnes zurückzog, wodurch Sparta sich auch ohne seine bisherigen peloponnesischen Verbündeten stabilisieren konnte.

362 kam dann allerdings die Katastrophe über Griechenland. Epameinondas fiel erneut mit starkem Heer in die Peloponnes ein. Sein Heer marschierte durch Lakonien und kämpfte sich bis in die Stadt Sparta hinein vor. Nachdem dort der Widerstand aber doch größer war als er angenommen hatte, ließ er von dem Häuserkampf ab und marschierte nach Mantineia, wo er sein Leben, Theben die griechische Hegemonie und Griechenland sein Rückgrat gegen äußere Feinde verlor. Die Boioter blieben trotzdem die stärkste griechische Landmacht und mischten sich auch weiterhin auf der Peloponnes ein, so 351, als Sparta gegen Megalopolis um einige verlorene Perioikenstädte kämpfte.

Boiotien war dann führend am Hellenenbund von 340 beteiligt, mit dessen Hilfe Makedoniens Machtansprüche abgewiesen werden sollten. In Chaironeia ging zwei Jahre später die thebanische Heeresstärke unwiederbringlich verloren, dem Vernehmen nach ist die gesamte militärische Elite – die Heilige Schar – gefallen, worüber Philipp – wohl weniger aus politischen als vielmehr aus romantischen Gründen – zutiefst gerührt gewesen sein soll. Sparta war hier schon außen vor und grollte in seiner Isolation, weil es zu schwach war und ihm keine Verbündeten dabei halfen, Messenien wieder zu erobern und erneut die Vorherrschaft zu gewinnen.

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